Hier finden Sie V wie ...

 

• Venenarzt

• Venenentzündung

• Venenkreislauf

 

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Das wichtige Thema Venenoperation hat eine eigene Seite bekommen. 

 

 

• Venenarzt

 

siehe Phlebologe

 

 

• Venenentzündung

 

Venenentzündungen entstehen in Krampfadern, aber auch in bis dahin gesunden Venen. Einen speziellen Grund für die Entzündung findet man meist nicht. Die Entzündung beginnt mit Berührungsempfindlichkeit und Druckschmerz. Kurz darauf oder auch parallel dazu ist die Vene rot und heiß tastbar. Schließlich ist es ein harter, roter Strang unter der Haut, der ständig weh tut, vor allem aber wenn das Bein runterhängt. Kühlung bringt Linderung, Schmerztabletten helfen auch. Unbehandelt weitet sich die Entzündung meist aus, der rote Strang wird länger.

Venenentzündungen befinden sich im oberflächlichen Venensystem und sind zunächst einmal harmlos. Wenn sich die Entzündung allerdings zu den Verbindungsvenen ausdehnt und die Entzündung auf die tiefen Venen übergreift, kommt es zur tiefen Beinvenenthrombose. Dies ist ein ernstes und durchaus gefährliches Krankheitsbild, siehe dort.

 

Die Behandlung der Venenentzündung besteht in erster Linie in einer besonderen Kompression. Der entzündete muss so gut wie möglich zusammengedrückt werden, damit der Körper das Gerinnsel in der Vene wieder auflösen kann. Manchmal reicht dazu einfach nur ein Strumpf der Klasse II oder III. Manchmal muss man einen Verband machen. Und oft muss man eines von beidem mit einer Pelotte kombinieren. Eine Pelotte ist ein Druckpolster, das man am einfachsten aus Watte herstellt. Die Watte-Walze, die man in der Hand herstellt, muss so lang sein wie der entzündete Strang und so dick wie ein Hühnerei (ungefähr). Diese Watte-Walze wird auf den entzündeten Strang aufgelegt – unter Strumpf oder Verband – und verstärkt so den Druck der Kompression an dieser Stelle. Wehtun darf nichts, einschneiden darf nichts, und wenn alles fertig ist, sollte man mit dieser Kompression laufen oder liegen, aber möglichst wenig sitzen oder stehen.

 

 

• Venenkreislauf

 

Die Venen sind diejenigen Adern, die das Blut aus dem Körper wieder zurück zum Herzen bringen. Der Sauerstoffgehalt des Venenblutes ist deutlich niedriger als in den Arterien = Schlagadern, die das Blut vom Herzen zu allen „Verbrauchern“ bringen - von der Leber und dem Darm bis hin zu Muskeln und Haut. Darum ist das Venenblut dunkler als das Blut in den Schlagadern. Die treibende Kraft für den Blutfluss in den Schlagadern ist der Herzschlag, wie der Name schon vermuten lässt. Die Venen habe keine so starke treibende Kraft. Sie müssen in den Beinen sogar gegen die Schwerkraft das Blut zum Herzen transportieren. Das System, das der Schöpfer dafür erfunden hat, ist sehr ausgeklügelt. Die Venen laufen durch die Muskeln. Muskeln ziehen sich zusammen und entspannen sich dann wieder, wenn sie bewegt werden. Dabei werden die dünnen Venen zusammengequetscht. Das Blut wird aus dem betreffenden Abschnitt hinausgedrückt. Damit das nur in die richtige Richtung passiert, nämlich nach oben (herzwärts), verhindern alle etwa 8 cm Ventilklappen den Blutfluss in die falsche Richtung. Ohne diese Klappen kann der Transport in Richtung Herz nicht funktionieren.

Genau das aber ist in Krampfadern der Fall und das ist auch der Grund dafür, warum Krampfadern entfernt werden sollten. Sie tragen nicht mehr zum Abtransport des Blutes bei. Im Gegenteil: In ihnen staut sich das Blut und belastet damit die noch gesunden Venen, die deswegen Mehrarbeit leisten müssen.

Andererseits erklärt sich damit auch, warum Krampfadern einfach entfernt werden dürfen, warum sie gerade „nicht fehlen“ nach der OP, obwohl sie doch sehr groß sind. Sie haben vor der OP nicht mehr gearbeitet. Ihre Aufgabe war bereits auf andere Venen verteilt worden. Daher gibt es nach der OP auch keine „Umverteilung“, „Neuverteilung der Aufgaben“ oder Ähnliches. Es gibt nur ein Aufatmen der verbliebenen Venen, die endlich nur noch ihren eigenen Job machen müssen und keine Mehrarbeit mehr.

 

 

• Venenuntersuchung

 

Der Patient, der wegen seiner Venen den Arzt aufsucht, hat zunächst einmal, neutral betrachtet, Probleme in den Beinen oder selten in den Armen oder an noch anderer Stelle.

 

Erster Schritt: Gezieltes Fragen

Der Arzt wird daher zunächst versuchen, durch gezieltes Fragen sicherzustellen, dass es sich auch wirklich um Venenprobleme handelt. Beschwerden in den Beinen werden oft den Venen zugeschrieben, obwohl sie in Wirklichkeit von der Wirbelsäule, den Muskeln oder Fehlstellungen in den Gelenken kommen.

 

Typische Merkmale von Venenproblemen sind

- Beschwerden, die morgens nicht so schlimm sind wie abends

- Beschwerden, die beim Sitzen und Stehen zunehmen

- Beschwerden, die beim Gehen oder im Liegen besser werden

- Beschwerden, die bei Wärme oder Fußbodenheizung zunehmen

- Beschwerden, die sich rasch bessern, wenn man die Beine hochlegt

- Beschwerden, die sich mit einem Kompressionsstrumpf bessern oder vermeiden lassen

- Beschwerden, die mit einer Schwellneigung am Knöchel einhergehen

 

Zweiter Schritt: Anschauen

Der Arzt wird die Beine anschauen. Also nicht nur die Füße, sondern beide Beine komplett und zwar üblicherweise erst im Stehen und anschließend im Liegen.

Dabei geht es ihm um folgende Punkte: Sehen beide Beine gleich aus oder

- ist eins dicker?

- ist eins blauer?

- hat eines Narben?

- ist eins kürzer?

- ist eins schief?

- hat eines ein kaputtes Knie?

- eine kaputte Hüfte?

- eine Verletzung?

- eine Entzündung?

usw.

 

Im Liegen wird der Arzt üblicherweise die Beine abtasten und meist auch die Pulse tasten. Dabei kann er erkennen, ob die Haut überall gleich warm oder irgendwo kalt ist und gewinnt wichtige Hinweise auf die Durchblutungssituation.

 

Dritter Schritt: Ultraschall

Jetzt kommt der Teil, den meisten Patienten als die eigentliche Untersuchung ansehen. Ultraschall mit Ton und Bild. Es werden so genannte Untersuchungen mit Doppler und Duplex gemacht. Diese Verfahren verraten dem erfahrenen Arzt

- ob die Venen überhaupt vorhanden sind

- ob sie an der richtigen Stelle sind

- ob sie durchströmt werden oder verschlossen sind

- ob Blut in die falsche Richtung fließen kann

- unter welchen Bedingungen Blut falsch oder richtig fließt

- von wo bis wo Blut in die falsche Richtung fließt usw.

 

Ultraschall ist nicht gefährlich, kann beliebig oft durchgeführt werden und kann auch unter bestimmten Bedingungen wiederholt werden, z.B. im Liegen und im Stehen.

 

Vierter Schritt: Weitere Untersuchungen (Phlebographie)

Bevor die Ultraschalluntersuchung den heutigen Stellenwert erreicht hatte, wurden Venenpatienten regelmäßig einer Phlebographie unterzogen. Das ist eine Röntgenuntersuchung des Beines mit Kontrastmittel. Am Fußrücken wird ein Kontrastmittel in eine kleine Vene gespritzt. Von hier läuft es dann zum Herzen und wird auf seinem Weg durch das Bein mehrfach „fotografiert“ = geröngt. Diese Untersuchung hat den Nachteil, dass man nur ein Bild von jedem Beinabschnitt machen kann, denn wenn das Kontrastmittel erst mal abgeflossen ist, kann man auf dem Bild nichts mehr sehen. Man müsste für ein neues Bild neues Kontrastmittel spritzen. Aber sowohl das Kontrastmittel als auch die Röntgenaufnahmen stellen eine Belastung für den Körper dar. Außerdem hat das Röntgenbild den selben Nachteil wie ein Foto: Es ist zweidimensional, das Bild blickt von vorn auf den Körper. Ultraschall ist zwar auch zweidimensional, aber man kann die Richtung, aus der das Bild aufgenommen wird, beliebig ändern. Ultraschalluntersuchungen stellen einen Schnitt durch den Körper dar, etwa wie eine Scheibe, die aus der Salami geschnitten wird. Meist wird zunächst ein Längsschnitt gewählt, aber man kann auch den Querschnitt anschauen und zwar aus jeder Richtung, also nicht nur von direkt vorn, sondern auch von vorn-seitlich, hinten oder seitlich, so dass schließlich ein dreidimensionaler Eindruck entsteht. Daher wird heute eigentlich nur noch dann geröngt, wenn man mit der Ultraschalluntersuchung nicht zu einer eindeutigen Aussage kommt.

 

5. Schritt:

Ergänzende Untersuchungen wie LRR und VVP sind unter Phlebologe erklärt.

 

 

• Venenwandschwäche

 

Siehe CVI.

 

 

• Venöses Ödem

 

Ödem bezeichnet eine Wassereinlagerung im Gewebe. Die Ursache kann ganz unterschiedlich sein. Das venöse Ödem ist also eine Wasseransammlung, üblicherweise in den Beinen, deren Ursache im Venensystem liegt. Dafür kommen Krampfadern in Frage, vor allem aber die chronische Veneninsuffizienz, siehe dort.

 

 

• Veranlagung

 

Veranlagung ist alles, wenn es um Venenerkrankungen geht. Wer nicht für Krampfadern oder eine CVI veranlagt ist, kann 7 Kinder bekommen, den ganzen Tag schwer arbeiten, viel sitzen und viel stehen und bekommt dennoch keine Krampfadern. Was allerdings fast alle Menschen bekommen, wenn sie lange sitzen, sind Schwellungen im Bereich der Knöchel. Ohne Veranlagung ist sie allerdings nicht sehr ausgeprägt, mit Veranlagung führt sie deutlich leichter auch zu Beschwerden wie unruhigen Beinen.

 

 

• Verband

 

Der Verband hat in der Venenheilkunde meist die Funktion der Kompression, siehe dort. Ganz wichtig ist, dass ein Verband niemals einschnüren darf und auf keinen Fall wehtun darf. Ein Verband, der weh tut, muss immer gewechselt werden.

Der Verband ist die wichtigste Maßnahme zur Behandlung des offenen Beines, siehe dort. Neben dem Kompressionsverband wird in der Venenheilkunde der Zinkleimverband eingesetzt. Beim offenen Bein kommen diverse Wundauflagen unter dem Verband zur Anwendung.

 

 

• Vererbung

 

Siehe Veranlagung weiter oben. 

 

 

• Verödung

 

Veröden bedeutet, dass in eine Vene ein Alkohol eingespritzt wird, der die Venen so heftig entzündet, dass sie kaputt geht und „innerlich verklebt“. Dann kann die Venen sich nicht mehr mit Blut füllen und ist nicht zu sehen.

 

Man kann kleine und große Venen veröden. Meiner Meinung nach sollte man sich immer überlegen, mit welchem Behandlungsverfahren man am besten ans Ziel kommt, und sich dann entscheiden, wie man vorgehen will. Veröden ist dann meist ein von mehrere Behandlungsmöglichkeiten.

 

• Besenreiser veröden

Siehe Besenreiser

 

• Größere Venen veröden

Die nächst größeren Venen nach den Besenreisern sind die so genannten Netz-Krampfadern, die (lateinisch) retikulären Varizen. Sie befinden zwischen der obersten Hautschicht und der darunter liegenden Unterhautschicht. Sie sind fest mit der Umgebung verbunden und können daher nicht operiert (gezogen) werden. Für sie kommt eigentlich nur die Verödung in Frage. Für den Laser sind sie zu groß, für die OP ungeeignet. Meist hat man nicht nur retikuläre Varizen, sondern Besenreiser und retikuläre Varizen. Und natürlich kann man auch alle Größen von Krampfadern haben – Besenreiser, retikuläre, Astvarizen, Parvavarizen und Magnavarizen. Für die Verödung von retikulären Varizen verwendet man Aethoxysklerol, einen Alkohol, meist in der Dosierung 1%.

 

• Veröden mit Schaum

Für die Verödung von Astvarizen, Parvavarizen und Magnavarizen wird heute meist die Schaumverödung gewählt. Dabei wird Verödungsmittel (Aethoxysklerol) mit Luft gemischt. Dadurch entsteht ein relativ fester Schaum. Bei Varizen, die direkt unter der Haut liegen, gut zu sehen und zu tasten sind, wird dieser Schaum evtl. unter Sichtkontrolle eingespritzt. Häufiger wird der Schaum unter Ultraschallkontrolle eingespritzt, gerade auch da, wo die Krampfadern etwas tiefer liegen. Während der flüssige Alkohol die Venenwand kurz hinter der Einstichstelle zur Entzündung bringt und dann wegfließt, bleibt Schaum dort wo er hingespritzt wurde.

 

Das Wirkprinzip ist in beiden Fällen dennoch gleich. Das Verödungsmittel macht eine Entzündung, die die Vene verklebt.

 

• Warum nicht gleich alles auf einmal veröden?

Man darf pro Behandlung eine bestimmte Menge Verödungsmittel spritzen und kann damit zwar meist viele Besenreiser erwischen, aber nur etwa 10 cm (grober Anhaltspunkt) große Venen. Das ist ideal, wenn Krampfadern nach einer OP wiedergekommen sind (Rezidive) und früh behandelt werden. Für Patienten mit normal vielen Krampfadern ist meist die OP das sinnvollere Vorgehen.

 

 

• VNUS Closure

 

siehe Radiowelle  

 

 

• Vorbeugung

 

siehe auch Risiken

 

• Vorbeugen von Stauungsbeschwerden

Das Problem ist, dass man langes sitzen oder stehen nicht durch Bewegung zu einem anderen Zeitpunkt kompensieren kann. Sie sollten also versuchen, die langen Stunden des Sitzens durch Übungen zu unterbrechen, bei denen die Wadenmuskulatur den Blutfluss in den Venen beschleunigt. Das klingt komplizierter als es ist. Überlegen Sie sich, was Sie mindestens einmal pro Stunde tun - z.B. telefonieren, einen Druckbefehl geben, egal was - und kombinieren Sie diese Tätigkeit mit einer unscheinbaren, aber hoch effektiven Übung: Sie ziehen die Zehen zur Nase bis die Waden anfangen zu ziehen. Die Hacken bleiben dabei auf dem Boden. Wenn Sie das 20 mal hintereinander schaffen, stehen die Chancen gut, dass Sie beschwerdefrei werden. Wenn das nicht reicht, werden Sie allerdings nicht um "richtige" Kompressionsstrümpfe herumkommen. Das sollten Kniestrümpfe der Kompressionsklasse II sein. Wenn die auch nicht helfen, würde ich als erstes nach einer anderen Ursache Ihrer Beschwerden suchen.

 

• Kann man Besenreisern vorbeugen?

Nicht wirklich. Es gibt bestimmte Dinge, die man tunlichst nicht oder nicht oft tun sollte. Wie effektiv solche Vorsichtsmaßnahmen wirklich sind, vermag aber keiner zu sagen. Die Empfehlungen lauten: Nicht oder allenfalls selten: Sauna, extreme Sonnenexposition, lange stehen, lange sitzen, Sport treiben, bei dem die Bauchpresse stark eingesetzt wird. Manche warnen sogar vor Tennis, Surfen u.ä. und immer wieder wird berichtet, dass Besenreiser im zeitlichen Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder einer Hormontherapie vermehrt aufgetreten sind.

 

Mir stellt sich bei so vielen Warnhinweisen immer die Frage: Und wo bleibt das Leben? Es wird hoffentlich keiner wegen Besenreisern auf ein Kind oder die Behandlung seiner Wechseljahresbeschwerden verzichten. Allerdings sollten Krampfadern bei der Wahl des Präparates berücksichtigt werden. Auch tägliches Tragen von Kompressionsstrümpfen soll die Entstehung von Besenreisern vermeiden helfen. Um mit 80 - wem? - makellose Beine zu zeigen?

 

Der wesentliche Grund für die Besenreiser ist nun mal die Veranlagung und dagegen kann man nicht vorbeugen.

 

Mein persönliches Vorgehen: So viel wegmachen lassen wie wirklich stört und so vernünftig leben, dass das Leben Spaß macht.

 

 

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