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• Phlebographie

• Phlebologe

• Pigmentflecken

 

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• Phlebographie

 

Phlebographie bedeutet Röntgendarstellung der Beinvenen, die dazu mit Kontrastmittel gefüllt werden. Bevor es die Ultraschallverfahren Dopplersonographie und Duplexsonographie gab, war die Phlebographie die einzige Möglichkeit, die Venen bildlich darzustellen. Die Ultraschallverfahren sind heute aber wichtiger geworden als die Phlebographie. Das hat folgende Gründe:

Die Phlebographie ist mit einer Strahlenbelastung verbunden und nicht jeder verträgt das Kontrastmittel, das in eine kleine Vene am Fußrücken gespritzt werden muss. Schon dieses Einspritzen kann sehr mühsam sein und gelingt auch nicht immer. Das Phlebographie-Bild zeigt, wie das Kontrastmittel in Richtung Herzen abfließt. Von jedem Beinabschnitt werden in kurzem Abstand Röntgenbilder gemacht. Pro Abschnitt ist es ein Bild, das man auch nicht wiederholen kann, denn man kann immer nur da ein Bild schießen, wo sich das Kontrastmittel gerade befindet (auf seinem Weg zum Herzen) und dann ist Schluss. (Dies ist eine sehr vereinfachte Darstellung, weil es mir nur darum geht, das Verfahren vom Prinzip her verständlich zu machen).

 

Die Bilder werden von vorn geschossen, man schaut die Venen also nur von einer Seite an. Wie es von der Seite aussehen würde, weiß man nicht. Die Bilder sind wie Fotos nur zweidimensional. Man kann die Klappen sehen, aber ihre Funktion nicht prüfen. Man schließt aus Erfahrung auf die Klappenfunktion anhand der Kriterien, die man erkennen kann: Sind die Klappen da? Ist die Vene nicht zu weit geworden für die Klappe? Ausgebeulte Venen haben meist keine funktionierenden Klappen mehr. Der größte Vorteil der Phlebographie ist die gleichzeitige Darstellung aller oder zumindest vieler Venen im Bein, auch kleiner Venen, die mit Ultraschall nicht so leicht zu finden sind. Und da die Venen an jedem Bein anders angelegt sind, lassen sich Doppelungen auf einen Blick erkennen oder auch die Ausdehnung von Verschlüssen ist sehr gut zu erkennen. Die Phlebographie wird daher heute meist dann eingesetzt, wenn sich bei der Ultraschalluntersuchung spezielle Fragen ergeben oder man mit dem Ultraschall aus welchem Grund auch immer nicht zu einem sicheren Ergebnis kommt.

 

Alle Untersuchungen sind umso aussagekräftiger, je besser sich der Untersucher damit auskennt. Für die Ultraschalluntersuchung gilt das in besonderem Maße und zumindest auf den ersten Blick mehr als für die Phlebographie. Darum hat es lange gedauert, bis der Ultraschall der Phlebographie den Rang abgelaufen hatte. Noch heute ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Behandler dem Ultraschallbefund seines Kollegen nicht voll und ganz vertraut. Das macht aber nichts, denn den Ultraschall kann man so oft wiederholen wie man will. Dabei kann man sich genau auf die Fragen konzentrieren, die einen interessieren, also ganz gezielt bestimmte Venenabschnitte noch mal und noch mal anschauen. Von vorne, von der Seite, wie man es braucht. Und wenn man sich nicht sicher ist, kann man einen Kollegen fragen oder eine Phlebographie veranlassen oder auch ein anderes diagnostisches Verfahren wie z.B. ein MRT (Kernspin). Das macht man natürlich nur dann, wenn es für die Entscheidung über die weitere Behandlung gebraucht wird und nicht um die Neugier zu befriedigen.

 

 

• Phlebologe

 

Der Phlebologe ist der Venenspezialist. Phlebologie ist eine Zusatzbezeichnung, die von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen erworben werden kann. Der Phlebologe ist eng verwandt mit dem Angiologen, dem Gefäßspezialisten. Diese Unterscheidung bezieht sich darauf, dass der Phleobologe sich „nur“ auf die Venen spezialisiert hat, der Angiologe hingegen auf die Venen, die Arterien (Schlagadern) und die Lymphgefäße.

 

Diese Unterscheidung mag notwendig sein, aber in meinen Augen ist sie etwas unglücklich. Sie vemittelt – für mein Gefühl – dass der Phlebologe sich mit den Arterien und Lymphgefäßen nicht (gut) auskennt, jedenfalls nicht so gut wie der Angiologe. Das mag sogar richtig sein, wenn man das Gefäßsystem des ganzen Körpers betrachtet, aber bei den Problemen an den Beinen gehe ich davon aus, dass jeder Phlebologe auch die Situation der Arterien und Lymphgefäße kennt und berücksichtigt. Prof. Marshall machte das immer an folgendem Beispiel deutlich: Wenn hinten aus dem Wasserschlauch nichts rauskommt (Abfluss=Vene), muss man erst mal schaun, ob der Wasserhahn aufgedreht ist (Arterie=Zufluss). Das muss der Phlebologe genau so wie der Angiologe und darum kennt er sich hier auch aus.

 

Da aber Thrombosen nicht nur an den Beinen, sondern z.B. auch am Arm auftreten können, kann man den Phlebologen vielleicht als Spezialisten der Extremitäten-Gefäße ansprechen.

 

Was ist wirklich wichtig?

 

Unabhängig von allen Titeln, ist für Sie entscheidend, dass Ihnen kompetent geholfen wird. Dafür ist die Erfahrung des Arztes ausschlaggebend. Zögern Sie daher nicht, sich am Telefon zu erkundigen, ob der Arzt, der Ihnen z.B. vom Hausarzt empfohlen wurde, die Untersuchungen macht, die Sie brauchen bzw. die Patientengruppe behandelt, zu der Sie gehören – ganz gleich welcher Fachrichtung er angehört und welche Titel er führt.

 

Welche Untersuchungen gibt es?

 

Alles beginnt mit der Anamnese.

Je genauer man die Geschichte der Erkrankung kennt, um so schneller kommt man zur richtigen Diagnose. Das gilt für alle Erkrankungen. Bestimmte Fragen sind Standard. Zum Beispiel: Größe, Gewicht, Medikamente? Vorerkrankungen bei Ihnen und Ihrer Familie? Welche Beschwerden, seit wann? Was macht die Beschwerden schlimmer, was besser? Voroperationen? Vorbehandlungen? Welche Fragen haben Sie? Wo ist Ihr Problem?

 

Dann kommen die Augen und Hände zum Einsatz.

Anschauen und betasten sind wichtige erste Schritte der Untersuchung. Sie erfolgt meist erst im Stehen und dann im Liegen.

 

Der nächste Schritt ist Ultraschall.

Lesen Sie dazu alles Wissenswerte unter den Stichworten „Doppler“ und „Duplex“.

 

Weitere Untersuchungen

 

LRR, der „Apothekentest“

Möglicherweise kennen Sie aus der Apotheke eine Untersuchung mit einem Klebekopf am Unterschenkel. Diese so genannte Licht-Reflexions-Rheographie misst die Farbe der Haut. Je mehr Blut in der Haut gestaut wird, um so dunkler ist sie. Zuerst wird daher die „Ausgangsfarbe“ bestimmt. Wird dann die Wadenpumpe betätigt (Wippen mit den Zehen), wird das Blut aus dem Bein raus gepumpt und die Haut wird heller. Nach Beendigung der Übung füllt sich die Haut wieder mit Venenblut und wird wieder dunkler. Die Farbveränderung wird aufgezeichnet. Im Idealfall gibt sie Auskunft darüber, ob das Abpumpen so funktioniert wie es soll und die Rückkehr des dunklen Blutes auch nicht zu schnell erfolgt.

Die Untersuchung ist harmlos und von der Idee her sehr gut. Man kann sie auch unter verschiedenen Bedingungen wiederholen. Sie ist wertvoll als EIN Bestandteil in der Beurteilung der Venensituation, aber man sollte nicht den Fehler machen und von dieser EINEN Untersuchung auf das GESAMTE Venensystem (auch nur eines Beines) schließen. Ein „Apotheken-Venentest“ mit schlechtem Ergebnis ist ein guter Grund, sich richtig untersuchen zu lassen. Ein Grund zur Panik ist es sicher nicht. Das wird Ihnen jeder Apotheker bestätigen.

 

VVP – die Tiefen-Venen-Messung

Die Venen-Verschluss-Plethysmographie wird oft als Tiefen-Venen-Messung bezeichnet, darum erwähne ich diesen Begriff hier. Gemessen wird die Menge an Blut, die sich im gesamten Unterschenkel befindet, also im tiefen und im oberflächlichen Venensystem. Die erste Messung erfolgt in Ruhe im Liegen – der Ausgangswert.

Die zweite Messung erfolgt nach Stauung am Oberschenkel und misst praktisch die Menge an Blut, die vom Venensystemsystem aufgenommen werden kann, wenn man den Abfluss zumacht – das maximale Volumen.

Dann wird die Stauung wieder aufgehoben und es erfolgen rasch hintereinander mehrere Messungen – die Abflusswerte.

Auch diese Untersuchung ist sehr wertvoll, wenn man sie im Zusammenhang mit anderen Ergebnissen sieht. Beispielsweise ist nach einer Thrombose das maximale Volumen erheblich reduziert, nimmt aber in den folgenden Wochen und Monaten langsam wieder zu. Diesen Verlauf (im tiefen Venensystemsystem) kann man sehr schön ablesen, wenn die Untersuchung sorgfältig durchgeführt wird.

 

 

Pigmentflecken

 

Gemeint sind hier die kleinen braunen Flecken an den Beinen, speziell im Bereich der Innenknöchel. Warum das so ist, lesen Sie bitte bei „offenes Bein“

 

 

 

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