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• Ödeme

• Offenes Bein

• Operation

 

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•  Ödeme

 

Ödeme ist der Fachausdruck für Wasseransammlungen. Ödeme stecken daher hinter folgenden Angaben: „Ich habe Wasser in den Beinen“, „Meine Beine schwellen an“, „Man sieht immer, wo die Socken aufhören“, „Ab mittags passe ich nicht mehr in meine Schuhe“, „Schuhe muss ich ganz frühmorgens kaufen gehen“ usw.

Ödeme müssen nicht von den Venen kommen, sie können viele andere Gründe haben. Wenn sie von den Venen kommen, dann kommen sie meist nicht von den Krampfadern, sondern von der so genannten Venenwandschwäche (CVI) oder von erweiterten tiefen Venen (Leitveneninsuffizienz). Oft lässt sich das aber gar nicht so genau trennen, weil alle drei Veränderungen auf einmal vorliegen. Zu den Gründen, die nichts mit den Venen zu tun haben gehören:

- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

- Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)

- Eiweißmangel (z.B. durch einseitige Ernährung bei Vegetariern)

- Lymphstauung

- Lipödem

Diese Aufzählung ist nicht vollständig.

 

•  Wie behandelt man ein Ödem?

Man sucht nach der Ursache und behandelt dann diese Störung, denn die Wasseransammlung ist ja Folge oder Ausdruck einer tiefer liegenden Störung.

 

•  Helfen Wassertabletten?

Nicht wirklich. Wassertabletten zwingen zwar den Körper Wasser abzugeben (Sie müssen öfter zur Toilette). ABER: Das so ausgeschwemmte Wasser fließt ruck-zuck wieder nach. Darum sind Wassertabletten keine Lösung. Die Lösung liegt in der Behebung des zugrunde liegenden Problems. Wassertabletten können auf die Dauer auch schädlich sein. Also nehmen Sie sie wirklich nur, wenn es gar nicht anders geht.

 

 

•  Offenes Bein

 

Die Haut verträgt Druck nur eine bestimmte Zeit, dann geht sie kaputt. Wir kennen das alle von der Blase im Schuh. Da ist es der Druck von außen, dem die Haut nur bestimmte Zeit standhält, dann geht sie kaputt, Schicht für Schicht. Je länger man das ignoriert, umso tiefer wird die Wunde. Beim offenen Bein ist es nicht ein Druck von außen, sondern der Druck der Gewebeflüssigkeit von innen gegen die Haut, der letztlich zum offenen Bein führt. Daraus ergibt sich auch schon der wichtigste Behandlungsansatz: Man muss dem Druck von innen einen Druck von außen entgegensetzen, damit die Haut in die Zone des ausgeglichenen Druckes kommt. Nur dann kann sie „atmen“. Nur dann nämlich kann der zum Leben notwendige Sauerstoffaustausch passieren, ohne den die Haut nicht leben/atmen kann. Der Druck von außen wird durch einen Verband oder einen Kompressionsstrumpf hergestellt. Auf diese Kompression kann man nur dann verzichten, wenn man die innerliche Druckerhöhung beheben kann. Je schwieriger die Situation ist, um so eher muss man verschiedene Maßnahmen kombinieren. Eine Operation kann dazu beitragen, die Stauung zu reduzieren und auch Venentabletten können einen Teil dazu beitragen. Welche Maßnahmen möglich und sinnvoll bzw. erfolgversprechend sind, kann man nur im Einzelfall beurteilen, nachdem alle benötigten Untersuchungsergebnisse vorliegen.

 

•  Wie schnell entsteht ein offenes Bein?

Langsam. Nach jahrelanger Stauung wird erst die Unterhaut immer dünner, immer weniger elastisch und schließlich ist eigentlich gar kein Unterhautgewebe mehr da, sondern wenn man ganz genau hinschaut, sieht man eine Art Narbengewebe. Dieses Gewebe ist leicht verletzlich und heilt sehr schlecht. Darum wird aus winzigen Wunden (Stich mit dem Rosendorn oder Ähnliches) ein immer größeres Loch. Die Wunde heilt eben nicht schnell wieder zu, wie man es von gesunder Haut kennt. Das Schlimme ist: Der Umwandlungsprozess von normaler Haut und Unterhaut in dieses „Narbengewebe“ lässt sich nicht wieder rückgängig machen. Das Gute ist: Der Prozess dauert sehr lange und während dieser langen Zeit hat man die Möglichkeit, durch konsequente Behandlung das Ganze zum Stillstand zu bringen. Mit etwas Glück erholt sich das Gewebe dann doch ein wenig, aber leider nicht ganz.

 

Das offene Bein tritt meist am Innenknöchel auf. Dort lassen sich oft folgende Vorstufen erkennen:

- Kleine braune Flecken wie Sommersprossen

- Kleine weiße Streifen, oft mit leicht geröteter Haut daneben, wie eine belegte Zunge oder unreife Erdbeeren.

- Die Haut wird härter, lässt sich nicht mehr eindrücken.

- Die Haut lässt sich nicht mehr verschieben.

- Die Haut wird empfindlicher.

 

• Wie wird die offene Stelle behandelt?

Solange die offene Stelle klein ist, wird sie mit desinfizierender Salbe (z.B. Betaisodona), mit Wundsalbe oder auch einfach trocken behandelt. Hauptsache, sie entzündet sich nicht durch Keime, die immer auf der Haut sind oder durch Verunreinigung und man vermeidet Reibung. Also weiche Materialien auf die verletzte Haut aufbringen, z.B. Watte. Salben verhindern auch, dass der Verband festklebt und so immer wieder frisches Gewebe abgerissen wird. Große Wunden brauchen eine spezielle Behandlung, über die man eigenes Buch schreiben könnte, gelegentlich auch eine Operation.

 

•  Darf man Kompressionsstrümpfe anziehen, wenn man ein offenes Bein hat?

Ja. Früher hieß es immer, wenn das Bein erst mal offen ist, muss man wickeln und darf keinen Strumpf verwenden. Tatsächlich ist es aber so, dass die Verbände oft längst nicht so gut sitzen wie ein Strumpf, gerne rutschen und auch gar nicht so oft erneuert werden können, wie man sich das wünschen würde. Ein gut sitzender Strumpf ist allemal besser als ein schlecht sitzender Verband. Mittlerweile gibt es auch schon spezielle Strümpfe für offene Beine. Man muss also für jeden Patienten und jedes offene Bein einen eigenen Weg suchen. Klar ist aber: Ohne Kompression wird das Bein nicht heilen, es sei denn man legt es den ganzen Tag hoch. Das ist auch die Erklärung dafür, warum offene Beine im Krankenhaus schneller abheilen, aber zuhause dann wieder aufgehen.

 

 

•  Operation

 

siehe Venenoperation. 

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