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• Marcumar

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• Müde Beine  

 

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• Marcumar®

 

Marcumar® ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Phenprocoumon der Firma Roche. Hier gibt es auch die meisten Informationen zu Marcumar®, das in Deutschland fast eine Alleinstellung hat, zumindest in den alten Bundesländern. In den neuen Bundesländern wurde bis zur Wiedervereiningung fast ausschließlich Falithrom® gegeben und auch heute noch wird es sehr viel verordnet als Marcumar®. Beide Substanzen enthalten den selben Wirkstoff und sind sich schon deshalb sehr ähnlich. Sie greifen in die Gerinnung ein und verhindern die Entstehung von Gerinnseln im Blut. Dazu muss man wissen, dass die Gerinnung eine Kettenreaktion ist, man spricht von der Gerinnungskaskade oder vom Gerinnungssystem. Unterschieden werden 12 Gerinnungsfaktoren, die ineinander greifen. An der Stelle, wo Vitamin K in das Geschehen eingreift, werden Marcumar® und Falithrom® wirksam. Sie unterbrechen die Gerinnung mengenabhängig. Je mehr Medikament man zu sich nimmt, um so weniger läuft die Gerinnung bis zum Ende. Das ist der große Vorteil dieser Medikamente, sie wirken nicht wie ein Lichtschalter „an/aus“, sondern mehr wie ein Dimmer. Die Hemmung der Gerinnung ist damit steuerbar. Gemessen wird das Ausmaß der Gerinnungshemmung mit dem INR-Wert, früher Quickwert. Je nach Krankheit werden dabei unterschiedliche Zielwerte angestrebt.

Marcumar® bzw. Faltihrom® sind in der Regel gut verträglich. Wenn man sich überlegt, wieviele Millionen von Menschen diese Tabletten täglich schlucken, wird klar, dass für kaum ein anderes Medikament so viele Erfahrungen vorliegen und man sehr genau sagen kann, wie es um die Verträglichkeit steht. Ausführliches dazu findet man im Beipackzettel.

 

 

•  Medikamente

 

Lange Zeit haben die Ärzte gern Venentabletten verschrieben. Als die Kassen dies nicht mehr bezahlen wollten, hieß es plötzlich, dass die Tabletten sowieso nichts helfen. Vor wenigen Jahren machte dann ein Medikament heftige Fernsehreklame mit den Ergebnissen einer Studie. Dabei kam man zu der Schlussfolgerung XY können die Entstehung von Krampfadern verhindern. Alle diese Positionen so nicht richtig, aber auch nicht ganz falsch.

Nachweislich können Venenmedikamente „die Venenwand abdichten“. Wie muss man sich das vorstellen? Stellen wir uns vor, dass die Vene Löcher hat wie Poren in einer Membran. Bei manchen Menschen sind diese Löcher zu groß (siehe Venenwandschwäche), bei anderen werden sie zu groß, weil sie Krampfadern haben. In beiden Fällen versackt im Laufe des Tages Blut in den Beinen. Sie werden schwer und meist auch dick. Gegen diese „großen Poren“ helfen Venentabletten. Sie können also Stauungsbeschwerden bessern und einer Schwellneigung entgegenwirken. Beides kommt auch Menschen mit Krampfadern zugute, aber es verhindert nicht die Entstehung von Krampfadern.

 

Was hilft wem?

Das müssen Sie selbst herausfinden. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten. Es gibt Preisunterschiede, Unterschiede bei der Verträglichkeit und vor allem beim Nachweis der Wirksamkeit. Nicht jedes Medikament ist getestet. Aber selbst dann gilt: Was dem einen hilft, muss dem anderen noch lange nicht helfen. Wenn Sie Venentabletten für sich probieren möchten, dann kaufen Sie sich eine Packung und nehmen Sie sie in der vorgeschriebenen Dosierung ein. Auch die Dosierung schwankt erheblich. Aber Sie können von einem Medikament nur dann Wirkung erwarten, wenn Sie es ausreichend dosieren. Die halbe Dosierung kann nicht helfen und ist damit sicher rausgeschmissenes Geld. Ich persönlich bevorzuge Tabletten, die ich nach Bedarf einnehmen kann. Wenn morgens schon die Sonne scheint und der Tag heiß zu werden verspricht, ich aber heute sicher keine Strümpfe anziehen möchte, dann nehme ich eine Tablette. Das ist dann eine Tablette, die innerhalb von etwa 2 Stunden ihre Wirkung entfaltet. Die darf dann doppelt so teuer sein wie die anderen, die erst nach 12 Stunden wirken. Eine teure Tablette zur richtigen Zeit ist letztlich günstiger als jeden Tag zwei Tabletten, die pro Stück weniger kosten.

 

Wichtig: Die meisten Venentabletten darf man auch in der Schwangerschaft nehmen, spätestens ab dem dritten Monat.

 

Von Venensalben bin ich persönlich nicht überzeugt. Der kühlende Effekt ist sicher angenehm und Heparinsalben machen Sinn bei blauen Flecken, aber das war´s dann auch schon.

 

TIPP: Wenn Sie Kühlung schätzen, dann hilft Ihnen wahrscheinlich ein „Blumensprühgerät“, also ein Wasserzerstäuber. Sprühen Sie sich ab und zu hinten die Waden an, gerade wenn Sie einen Gummistrumpf in der Arbeit tragen, wo es vielleicht heiß ist. Hilft sofort, ist sehr angenehm.

 

 

•  Müde Beine

 

Viele Frauen kennen das. Sie müssen die Beine hochlegen, weil es nicht anders geht. Und wenn den ganzen Tag keine Gelegenheit dazu war, dann schmeißen sie sich zuhause als erstes für mindestens 10 Minuten aufs Sofa, Kinder hin, Mann her, die Beine zwingen sie dazu. Eine klassische Schilderung von müden Beinen: „Ich bin gar nicht richtig ansprechbar, ganz egal was passiert, als erstes muss ich meine Beine hochlegen.“ Typisch sind auch schwere Beine bei Fußbodenheizung, das Gefühl, ab dem späten Vormittag Blei in den Waden zu haben usw. Müde Beine sind in erster Linie Ausdruck einer Venenwandschwäche. Gleichzeitig können Krampfadern da sein, aber es gibt auch makellose Beine, die diese Beschwerden machen. Wenn also jemand sagt oder denkt, dass die Probleme nicht von den Venen kommen können, weil man ja keine Krampfadern sieht, dann irrt er sich. Beides - Krampfadern und Beschwerden - muss man sich getrennt anschauen und dann erst behandeln.

 

Was hilft wirklich gegen dicke, schwere Beine: Cremes, Tabletten oder Strümpfe?

Strümpfe helfen in 99% der Fälle. Wenn das anders erlebt wird, liegt das Problem entweder in einer falschen Diagnose oder im Strumpf selber, der dann nicht richtig abgemessen wurde. Cremes helfen nicht, allenfalls sind sie angenehm wegen der kühlenden Wirkung. Ganz anders sieht es bei Blutergüssen oder bei Venenentzündungen aus, da können Cremes hilfreich sein. Venenmedikamente sind wirksam und bei Stauungsbeschwerden eine gute Entscheidung. Für Rosskastanienpräparate und Flavonoide wie in Venoruton® wurde in Studien nachgewiesen, dass sie die Schwellneigung messbar reduzieren und auch die Stauungsbeschwerden bis zu einem bestimmten Grad verhindern können. In etwa könnte man die Wirksamkeit mit einem Strumpf der Kompressionsklasse I vergleichen. So wirksam wie die üblichen Strümpfe (Klasse II) sind sie nicht. Erfahrungsgemäß spricht jeder Patient ein wenig anders auf die Tabletten an. Manche sind hochzufrieden und völlig beschwerdefrei, andere hingegen spüren gar keinen Effekt. Man kann sich also nicht darauf verlassen, dass die Tabletten bei jedem gleich wirken, sondern man muss es ausprobieren. Die Einnahme kann kurmäßig über drei Monate erfolgen oder auch auf Zeiten beschränkt werden, in denen die Beine besonders belastet sind, z.B. im Sommer durch die zusätzliche Hitze oder im Urlaub wegen der An- und Abreise und weil man dann keine Kompressionsstrümpfe tragen möchte. Venenmedikamente können wegen ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit im Anfangsstadium der chronischen Venenschwäche als Alternative zum Kompressionsstrumpf gesehen werden. Kommt es dennoch zu Stauungsbeschwerden, sollte das weitere Vorgehen mit dem Arzt besprochen werden.

 

 

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