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• Langstreckenflug

• Laser

• Lipödem

• Lungenembolie

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• Langstreckenflug

 

Zum Thema Langstreckenflug ist zu sagen, dass selbst gesunde Menschen am Ende eines langen Fluges dickere Beine haben als beim Abflug und dass damit eine beachtenswerte Thrombosegefahr einhergeht. Das Problem verschärft sich bei gesunden Personen in der Schwangerschaft und bei Übergewicht. Bei venenkranken Personen ist dieses Problem ungleich heftiger ausgeprägt.

 

Die Empfehlung, Kompressionsstrümpfe zu tragen, ist in solchen Fällen goldrichtig. Es gibt auch Strümpfe zum selber kaufen, die speziell für Flugreisen angeboten werden. In der Regel bevorzuge ich "echte Kompressionsstrümpfe", siehe auch Kompression. Die medizinischen Kompressionsstrümpfe verschreibt der Arzt, die Fachrichtung ist prinzipiell egal, also z.B. auch der Gynäkologe. Man bekommt die Strümpfe (als gesetzlich Versicherter) dann auf Rezept und muss nur die Eigenbeteiligung in Höhe von ca. 18 Euro selbst übernehmen. 18 Euro beziehen sich auf Kniestrümpfe (medizinisch Wadenstrümpfe), die zur Vorbeugung praktisch immer ausreichen.

 

Was Sie selber zusätzlich beachten können, hört sich vielleicht banal an, ist aber hochgradig effektiv:

Ein Mal pro Stunde ein paar Schritte gehen (zur Toilette) oder zumindest die Wadenmuskeln bewegen - das heißt, Sie tun so, als müssten Sie eine uralte Nähmaschine treten. Viel trinken ist auch sehr wichtig, denn die Luft im Flugzeug ist viel trockner als Sie es gewohnt sind. Und falls Sie besonders thrombosegefährdet sind (das würde Ihnen ein Phebologe sagen) kann es sogar sinnvoll sein, für die Reise medikamentös einer Thrombose vorzubeugen (mit „Bauchspritzen“ = Heparinspritzen).

 

 

• Laser

 

Eintrag wird aktualisiert.

 

 

• Lipödem

 

Das Wort beschreibt die Störung: Lip steht für Lipid, also Fett und Ödem steht für Wasseransammlung. Es handelt sich beim Lipödem um eine Fettansammlung an einer Stelle, wo das Fett eigentlich nicht hingehört und in dieses Fett wird Wasser eingelagert. Es gibt verschiedene Typen von Lipödemen, am häufigsten habe ich bisher das Lipödem am Innenknöchel und/oder Unterschenkel gesehen. Es fängt damit an, dass die Patientin schon in jungen Jahren unglücklich erkennt, dass sie keine schlanken Fesseln hat. Später nimmt dann die Schwellung zunächst am Innenknöchel, dann am Außenknöchel oder an der Unterschenkelinnenseite zu. Die Schwellung schwankt zwar ein bisschen im Laufe des Tages, bildet sich aber über Nacht nicht wirklich zurück. Anders die Beschwerden. Manche Patientinnen haben gar keine Schmerzen, das ist aber eher selten. Auf Befragen hört man fast immer, dass der Bereich oberhalb des Innenknöchels schmerzempfindlicher ist als die sonstige Haut, dass hier kein Druck ausgehalten wird, dass mit spielenden Kindern und Hunden sehr aufgepasst werden muss und Ähnliches. Viele Patientinnen berichten auch, dass sich die Haut hier „verfilzt“ oder „versulzt“ anfühlt und das ist oft sogar für den Untersucher nachvollziehbar, wenn er mit einem Finger knapp hinter dem Innenknöchel von unten nach oben streicht. Das löst häufig auch Missempfindungen aus - ist unangenehm bis schmerzhaft.

 

Leider wird das Lipödem häufig nicht erkannt, schon gar nicht im Anfangsstadium. Schwere, fortgeschrittene Fälle sind naturgemäß leichter zu erkennen.

 

Das Lipödem tritt oft nicht allein auf, sondern es besteht oft gleichzeitig eine Lymphabflussbehinderung und natürlich oft kleine Krampfadern, wobei aber das eine mit dem anderen erst mal nichts zu tun hat. Weder zieht das Lipödem Krampfadern nach sich noch umgekehrt.

 

Die Behandlung des Lipödems besteht in Entstauung, Kompression, viel Sport und Gewichtskontrolle. Unabhängig vom Ausgangsgewicht profitieren fast alle Frauen, die wegen Schmerzen kommen, von etwa 2 Kilo Gewichtsabnahme. Natürlich ist das Idealgewicht für diese Frauen besonders wichtig, denn jedes Kilo zu viel lagert sich genau da an, wo man es am wenigsten haben will.

Entstauung meint Kompression als Verband, Strumpf oder intermittierende Kompressionsbehandlung. Dabei handelt es sich um einen Manschettenstrumpf, der mit Luft aufgeblasen wird, so das Wasser aus dem Bein presst und dann wieder locker lässt. Dieses Drücken und Loslassen kann man in entsprechenden Praxen oder auch mit einem Heimgerät selber machen. Viele Patienten empfinden es als sehr angenehm und können ihr Lipödem damit jahrelang gut kontrollieren.

 

Fast alle Patienten mit Lipödem brauchen Kompressionsstrümpfe, in späten Stadien oft sogar Klasse III bzw. zwei Paar Strümpfe der Klasse II übereinander, denn das Fettgewebe lässt sich nur durch kräftigen Druck beeindrucken.

Um es klar zu sagen: Eine Venenoperation hilft nicht gegen ein Lipödem. Operative Möglichkeiten stehen nur in Form der Fettabsaugung zur Verfügung. Wer sich dazu entschließen möchte, sollte sich unbedingt durch einen der wenigen Spezialisten in Deutschland vorher eingehend beraten lassen. Sonst ist das Unglück nach der OP vorprogrammiert. Sie müssen sich vorher genau sagen lassen, was Sie sich von der OP erwarten dürfen. Und Sie müssen sich auch sicher sein, dass Sie die Nachbehandlung in vollem Umfang durchführen werden. Am besten sprechen Sie vor der OP nicht nur mit Ihrem Operateur, sondern auch mit Patienten, die schon operiert sind.

 

 

• Lungenembolie

 

Eine Lungenembolie ist ein Gerinnsel, das eine Lungenschlagader verstopft. Solche Gerinnsel stammen aus Venen, meist kommen sie von einer tiefen Beinvenenthrombose. Das Lungengewebe, das von dieser Schlagader versorgt wird, ist schlagartig von der Blut- und damit Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Das Gewebe kann den Sauerstoffmangel nur kurze Zeit überstehen, dann stirbt es ab. Wenn nur kleine Bezirke der Lunge betroffen sind, kann man die Lungenembolie überleben. An größeren Lungenembolien stirbt man mit hoher Wahrscheinlichkeit und sehr schnell.

 

Wie bemerkt man eine Lungenembolie?

Eine kleine Thrombose macht sich oft nur sehr diskret bemerkbar. Ein wenig Husten, vielleicht mal kurz ein ganz klein wenig Blut dabei und mehr nicht. Größere Lungenembolien führen zu akuter starker Atemnot, meist in Verbindung mit Husten und Blutauswurf. Im schlimmsten Falle endet die Atemnot schon nach kurzer Zeit mit dem Tod.

 

Führt jede Thrombose zur Lungenembolie?

Nein, gottseidank nicht. Aber leider KANN jede Thrombose eine Lungenembolie machen, auch eine kleine Thrombose. Und leider kann selbst eine kleine Thrombose zu einer tödlichen Lungenembolie führen.

 

Gibt es auch Lungenembolien ohne Thrombose?

Das Gerinnsel muss irgendwo herkommen und das „irgendwo“ ist der venöse Teil des Blutkreislaufes. Es können die Beine sein, aber auch die Arme, der Bauchraum und der Kopf. Bei jeder Lungenembolie muss man schauen, wo das Gerinnsel her gekommen ist. Und am häufigsten sind es dann die Beinenvenen, also eine tiefe Beinvenenthrombose. Die muss nicht unbedingt bekannt sein!

Beispiel: Es kommt immer wieder vor, dass die Thrombose selbst zunächst einmal gar nicht erkannt wird, aber der Patient wegenAtembeschwerden den Notarzt ruft. Im Krankenhaus wird dann eine Lungenembolie als Ursache der Atembeschwerden gefunden und im nächsten Schritt findet man dann erst eine Thrombose als Ursache der Lungenembolie.

 

 

• Lymphödem

 

Das Lymphödem ist eine Wasseransammlung als Folge eines schlechten Lymphabflusses. Im Rahmen von dicken Beinen und Venen geht es normalerweise um Lymphödeme an den Beinen. Die Veranlagung dazu ist angeboren und macht sich irgendwann bemerkbar. Ganz anders sieht die Situation bei Lymphödemen nach Bestrahlung oder nach ausgedehnten Operationen aus, wie man sie bei Krebspatienten kennt. Um diese Fälle geht es hier nicht. Die angeborene Lymphstauung beginnt fast immer an den Zehen, später schwillt dann auch der Fußrücken, dann die Knöchel und schließlich sieht der Unterschenkel aus wie ein Gummistiefel. Typischerweise geht die Schwellung aber lange Zeit über Nacht jedes Mal wieder (fast ganz) weg. Im Laufe des Tages läuft das Bein dann wieder voll, es sei denn man sperrt es ein. Dementsprechend zeichnen sich beim Lymphödem die Riemchen einer Sandale genau ab, man erkennt, wenn ein fester Schuh getragen wurde oder ein Skistiefel.

Normalerweise sind Zehen und Finger rund. Beim Lymphödem aber werden die Zehen recht bald eckig, ich finde immer, sie sehen aus wie Pommes. Die pralle Füllung ist auch der Grund dafür, warum man die Haut an den Zehen dann nicht mehr als Falte hochheben kann (so genanntes Stemmer-Zeichen). Hinzu kommen große Querfalten am Fußrücken kurz unterhalb der Zehen als frühes Zeichen, die man z.B. morgens noch sehen kann, aber ab Mittag sind sie dann nicht mehr zu sehen, weil sie von Wasser aufgefüllt wurden.

 

Solche Lymphödeme sind eine reine Veranlagungssache. Die Lymphbahnen sind da, aber sie sind träge. Es gibt keine OP und keine Tabletten gegen das Lymphödem. Wassertabletten helfen nur ganz kurzzeitig und sind eine prima Sache für die Hochzeit oder ähnliche Ausnahmesituationen, aber sicher keine Dauerlösung.

Die Behandlung besteht ausschließlich aus Kompression. Basis der Behandlung und wichtigste Maßnahmen überhaupt sind gute Strümpfe. Lymphdrainagen sind ergänzend sinnvoll, aber bitte immer nur in Verbindung mit Kompression.

 

Wichtig zu wissen ist, dass die "lymphgestaute" Haut schlechter heilt als normale, dass Röntgenuntersuchungen wie sie früher zur Venenuntersuchung eingesetzt wurden (Phlebographie) die Situation verschlechtern können und überhaupt alle Eingriffe an solchen Beinen mit großer Vorsicht und Zurückhaltung durchgeführt werden sollten.

 

Die Strümpfe müssen nur so lang sein wie die Stauung hoch reicht (plus ca. 10cm), meist reichen lange Zeit Kniestrümpfe. Wenn sie gut passen, sind sie angenehm. Es sollte mindestens Kompressionsklasse II sein. Wenn das nicht ausreicht, ist eigentlich Klasse III an der Reihe. Die sehen aber weder gut aus, noch sind sie leicht anzuziehen. Mein Tipp: In solchen Fällen lieber zwei Paar Klasse II übereinander anziehen (siehe auch Kompression).

 

Ein Lymphödem kann man nicht wieder loswerden, das ist die schlechte Nachricht, aber man kann damit beschwerdefrei leben, wenn man sich um seine Beine kümmert, das ist die gute. Langfristig kommen solche Patienten meiner Erfahrung nach nicht ohne ein Heimgerät zur apparativen Lymphdrainage aus, insbesondere, wenn sie einen vollen Terminplan haben (3 Kinder, ein kranker Schwiegervater, dazu Haus und Hof etc.). Auf Antrag werden die Geräte zur Zeit noch von den meisten Kassen übernommen. Sie müssten regelmäßig die Zeit dafür investieren, siehe Kompressionsgeräte.

 

 

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