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•  Doppler

•  Duplex

•  Was leisten Doppler und Duplexsonographie

•  Durchblutungsstörungen

 

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•  Doppler

 

Doppler ist die Abkürzung von Dopplersonographie, einer bestimmten Ultraschallmethode, die der Arzt mit einem Stift durchführt, der nur wenig größer als eine Zigarette ist. Der Stift sendet Ultraschall-Töne aus und empfängt sie wieder, nachdem sie „durch das Gewebe hindurch gelaufen sind“. Das geht tatsächlich. Es ist wie ein Ton, der in ein Gewebe hinein gerufen wird. Im Gewebe kommt es zum Echo-Effekt, wenn diese Töne auf einen Widerstand treffen, während sie sich in Flüssigkeiten recht ungehindert fortsetzen können. Die Tonhöhe ändert sich in dem Moment, wo der Ton auf ein bewegtes Hindernis trifft und als Echo zurückkommt. Ein kleiner Rechner in der Dopplersonde rechnet diesen Unterschied aus und macht daraus einen neuen Ton, der nun im hörbaren Bereich liegt. Ein Dopplergerät macht also die bewegten Teile unter der Haut (=das strömende Blut) hörbar. Viel Blut macht mehr Krach als wenig Blut. Schnell fließendes Blut klingt höher als langsam fließendes usw. Mit einer gewissen Übung bekommt man eine sehr klare Vorstellung davon, was das Blut so unter der Haut treibt. Falls Ihnen das hilft: Es ist so ähnlich wie mit dem Verkehr, den Sie durch das geöffnete Fenster hören, auch wenn Sie ihn gar nicht sehen. Im Laufe der Zeit haben Sie gelernt, langsame von schnellen Autos und kleine von großen zu unterscheiden. Selbst die Richtung können Sie erkennen, denn es hört sich anders an, wenn das Auto auf Sie zufährt als wenn es von Ihnen wieder wegfährt. Bitte schauen Sie auch zum Punkt Duplex.

 

 

• Duplex

 

Duplex steht für Duplexsonographie und verbindet „normalen Ultraschall“, wie Sie ihn vom Hausarzt kennen, wenn er Ihren Bauch untersucht mit der Dopplertechnik, siehe Doppler. Damit kann man blutgefüllte Adern im Gewebe sichtbar machen. Die Auswertung der Tönhöhe wird farbig dargestellt, was ein bisschen den Eindruck erweckt, als könne man das Blut wirklich sehen.

 

Doppler und Duplex sind so genannte indirekte Untersuchungsmethoden. Dinge werden über einen Umweg sichtbar oder hörbar gemacht. Der Untersucher sieht ja nicht wirklich die Leber (in echt) bzw. die Ader, sondern ein Bild davon, das mit einer bestimmten Technik erzeugt worden ist. Jede Technik hat Grenzen und alle Methoden müssen erlernt werden. Darum kann der Arzt Ihnen zwar erklären, was er sieht, aber Sie können nicht gleich alles erkennen. Frauen kennen das von den ersten Bildern ihres ungeborenen Babys im Bauch. Je öfter man dieser Untersuchung zuschaut, um so eher kann man das erkennen, wonach man sucht. Ich möchte damit erklären, warum man nicht alle Fragen beantworten kann und warum zwei Untersuchungen kurz hintereinander nicht immer zum selben Ergebnis führen.

 

 

• Was leisten Doppler und Duplex?

 

Diese beiden Untersuchungen gelten heute als Goldstandard der Venenuntersuchungen. Sie haben die Phlebographie abgelöst.

 

Da der Ultraschall den Blutfluss hör- und sichtbar macht, kann man gezielt folgende Punkte anschauen:

- Sind die Venen überhaupt da?

- Sind sie offen? Ganz offen oder zum Teil?

- Sind sie durchströmt?

- Fließt die richtige Menge an Blut, nicht zu viel und nicht zu wenig?

- Fließt das Blut in die richtige Richtung?

- Oder gibt es einen Rückfluss in den Venen?

- Wie sehen alle diese Antworten in Ruhe aus?

- Wie verändern sie sich unter bestimmten Bedingungen, z.B. wenn der Druck im Bauch steigt so als würden Sie etwas schweres heben oder lange stehen?

- Führen bestimmte Bewegungen oder Stellungen zu unerwünschten Veränderungen, beispielsweise einer Abklemmung bei bestimmten Anstrengungen?

 

Alle diese Fragen kann man an den immer gleichen Stellen klären – das ist Bestandteil der Standarduntersuchung – und zusätzlich kann man Stellen, für die man sich besonders interessiert, gezielt anschauen, je nachdem welches Problem es abzuklären gilt.

 

Die Ultraschalluntersuchung hat mehrere Vorteile im Vergleich zur Phlebographie.

- Ultraschall ist unbedenklich, während eine Phlebographie mit einer nennenswerten Röntgen- und Kontrastmittelbelastung einhergeht.

- Ultraschall kann man so oft durchführen, wie man will.

- Bei einer Phlebographie wird meist nur einmal Kontrastmittel gespritzt und dann werden Bilder geschossen, die zeigen, wie dieses Kontrastmittel im Liegen abfließt. Diese Aufnahme hat die „Blickrichtung von vorne“. Ultraschall kann von vorne, von mehreren Seiten, im Längsschnitt und im Querschnitt gemacht werden. Dadurch entsteht ein dreidimensionaler Eindruck, auch wenn beide Techniken nur zweidimensionale Aufnahmen machen.

 

Die Beurteilung des Durchmessers einer Vene, z.B. nach einer Thrombose ist bei der rein zweidimensionalen Betrachtung nur bedingt möglich. Wenn z.B. im Liegen die untere (dem Bett zugewandte) Hälfte der Vene verschlossen ist, aber die obere offen, dann bekommt man einen normal breiten Kontrastmittelstrom bei der „Aufsicht“ von vorn und gewinnt den Eindruck, alles sei ok. Denn alles, was hinter dem Kontrastmittel liegt, kann man nicht mehr sehen. Wo Kontrastmittel dargestellt wird, ist das Bild weiß und bildet nichts anderes mehr ab.

Im Ultraschall dagegen sieht man auch die Strukturen, die hinter dem Blut liegen. Um den Befund besser einordnen zu können, kann man das Gefäß im Längs- und im Querschnitt anschauen und vor allen Dingen fließt das Blut im Bereich einer Einengung schneller.

Die Information über die Fließgeschwindigkeit gibt der Ultraschall sehr genau wieder und zeigt vor allem zentimetergenau, wo die Strömungen beschleunigt ist. In der Phlebographie lässt sich dagegen eine Beschleunigung des Blutstroms zwar insgesamt erkennen, aber nicht so genau zuordnen wie im Ultraschall. Die umschriebene Flußbeschleunigung ist exakt ablesbar (Frequenz) und ist proportional zum Grad der Einengung. Halber Durchmesser = doppelte Flußgeschwindigkeit. Wie Sie sehen, kann nur die Ultraschalluntersuchung die Hämodynamik in der Vene abbilden.

 

Die Antwort auf die Frage: „Wo fließt wie viel Blut wie schnell und in welche Richtung?“ ist die Domäne des Ultraschall und begründet seinen hohen Stellenwert.

 

 

• Durchblutungsstörungen

 

Durchblutungsstörungen sind keine Venenerkrankung, sondern ein Problem der Schlagadern (=Arterien). Die meisten Menschen verstehen den Begriff Schaufensterkrankheit besser, da er für sie mit einem eindeutigeren Bild verbunden ist. Durchblutungsstörungen können im Prinzip in allen Schlagadern vorkommen und tatsächlich ist selten nur ein einziger Gefäßabschnitt betroffen, aber naturgemäß ist es an einer Stelle am schlimmsten und wenn man nur noch diese Stelle im Blickpunkt hat, mag es so scheinen, als wäre nur diese eine Stelle betroffen.

 

Hier ist nicht der richtige Platz, um auf die Ursache oder Behandlungsmöglichkeiten von Durchblutungsstörungen einzugehen. Sollten dazu allerdings Fragen bestehen, dann stellen Sie sie ruhig. Bis dahin möchte ich ein wenig erklären, was in den Adern bei Durchblutungsstörungen passiert und was das mit den Venen zu tun hat.

 

Zunächst kommt es zu Veränderungen der Gefäßwand. Sie verliert ihre Elastizität, das Rohr wird starr.

Danach oder gleichzeitig, selten auch schon davor, lagern sich Fette und kleine Gerinnsel in den Arterien ab. Beides macht sehr lange Zeit keine Probleme und wird daher vom Betroffenen nicht bemerkt. Mit Ultraschall können allerdings solche Veränderungen aufgestöbert werden. Erst wenn der Durchmesser einer Schlagader mindestens zur Hälfte verschlossen ist, kann sie keine Hochleistung mehr erbringen. Für den Alltag reicht es aber meist noch aus, insbesondere in unserer modernen Gesellschaft, in der viele Menschen nur noch kurze Wege zurücklegen müssen und gar nicht mehr in die Verlegenheit geraten, mehr als 200m flott gehen zu müssen. Darum ist es gar nicht selten, dass eine Ader schon zu 70 oder 75% verschlossen ist, bevor es zur „Schaufensterkrankheit“ kommt. Diese Patienten können nicht mehr so weit gehen wie sie möchten. Ein Schmerz im Bein zwingt sie, stehen zu bleiben. Nach kurzer Erholung kann es weiter gehen - bis zum nächsten “Schaufenster“.

Wenn man Venen behandeln will, muss man auch wissen, wie es um die Arterien bestellt ist. Sie würden auch erst mal schauen, ob der Wasserhahn aufgedreht ist (=Zufluss=Arterie), wenn hinten aus dem Schlauch nichts rauskommt (=Abfluss=Vene). Außerdem muss die wichtigste Maßnahme der Venenbehandlung, die Kompression mit Strumpf oder Verband, einer eventuell bestehenden Durchblutungsstörung angepasst werden. So lange man nicht sicher sein kann, dass keine Durchblutungsstörung vorliegt, gilt: Keine Kompression! Wenn Sie schon mal einen Strumpf verschrieben bekommen haben, ohne dass die Durchblutung geprüft wurde, so wird das wahrscheinlich daran liegen, dass Sie kein entsprechendes Risiko haben und der Arzt anhand von klinischen Parametern (Dinge, die er mit Auge, Ohr, Hand und Verstand erkennen kann) eine Durchblutungsstörung zunächst ausgeschlossen hat. Der einfachste Test in diesem Zusammenhang ist die Pulstastung am Fuß.

 

Zurück zu einem Punkt, den ich oben schon angesprochen hatte: Durchblutungsstörungen kommen nicht nur in den Beinen vor, sondern können überall sein. Impotenz kann z.B. Zeichen einer Durchblutungsstörung des Penis sein. Herzschmerzen können Zeichen einer Durchblutungsstörung der Herzschlagadern sein, ganz kurze Blindheit auf einem Auge kann Zeichen einer DBST der Hirnschlagadern sein, ebenso wie vorübergehende Schwäche in einem Arm oder Bein oder auch eine vorübergehende Sprachstörung. Deutlich wird es natürlich in dem Moment, wo ein Herzinfarkt oder eine Schlaganfall auftritt. Beides sind schwere Durchblutungsstörungen. Nur um es nicht unerwähnt zu lassen: Durchblutungsstörungen in den Armen, den Nieren und sogar am Darm gibt es auch.

 

 

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