Fragen und Antworten 

     

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen. Wenn die Antwort, die Sie suchen, nicht dabei sein sollte, dann mailen Sie Ihre Frage einfach an info@venen-hilfe.de. Die Beantwortung allgemeiner Fragen ist kostenlos.

 

Zuerst finden Sie alle Fragen, weiter unten die Fragen mit den Antworten. 

 

•  Wie viele Schmerzen werde ich nach der Venen-OP haben?

•  Was darf ich nach der Krampfader-OP machen?

•  Wann werden die Fäden gezogen, wann darf ich duschen, wann darf ich baden, wann darf ich wieder zum
  
  Sport, wann muss ich wieder arbeiten gehen, wie lange muss ich die Strümpfe tragen ....

•  Muss ich mein Leben lang Strümpfe tragen?

•  Welcher Arzt ist für Krampfadern zuständig?

•  Wo bekomme ich die richtigen Strümpfe?

•  Sind dicke Strümpfe besser als dünne?

•  Muss man Kompressionsstrümpfe von Hand waschen?

•  Was kann man tun, wenn Strümpfe rutschen?

•  Kann ich auch die weißen Strümpfe aus dem Krankenhaus tragen?

•  Krafttraining nach Thrombose?

•  Strumpf ja oder nein, wie weiß ich, ob ich mich richtig verhalte?

 

 

•  Wie viele Schmerzen werde ich nach der Venen-OP haben?

 

Nach jeder OP kann es zu Blutergüssen, Nervenverletzungen und vor allem Schmerzen kommen. Jeder Patient möchte natürlich vorher möglichst genau wissen, worauf er sich einlässt, aber diese Frage lässt sich nicht so präzise beantworten, wie man sich das wünschen würde.

 

In der Praxis, in der ich fast 10 Jahre gearbeitet habe, wurde eine Studie durchgeführt, um drei verschiedene Methoden zur Venenoperation zu vergleichen. Dabei wurde natürlich auch nach den Schmerzen gefragt. Das Ergebnis: Grob über den Daumen gepeilt, nahm jeder dritte Patient eine Schmerztablette.

 

Ein Drittel dieser Patienten nahm die Tablette nur, weil sie dachten, dass sie die Tablette nehmen müssen – nicht wegen Schmerzen!

Ein weiteres Drittel nahm die Tablette, weil die Frau es gesagt hatte oder weil sie fürchteten, sonst Schmerzen zu bekommen – nicht wegen Schmerzen!

Und nur ein Drittel dieser Patienten, also nur rund jeder Zehnte nahm die Tablette wirklich wegen Schmerzen - und eine Tablette war dann auch genug!

 

So gesehen habe ich immer wieder guten Gewissens gesagt: „Sie brauchen keine Angst vor Schmerzen zu haben. Sie werden operiert, das tut weh, aber es wird nicht schlimm. Und wenn, dann können Sie eine Tablette nehmen, die Ihnen dann auch helfen wird.“

 

Aber wenn dann doch jemand Schmerzen hatte, dann waren für ihn alle diese Zahlen unwichtig. Eine Patientin hat mich vorwurfsvoll angeschaut und gesagt: „Ich hatte Schmerzen und zwar weit mehr als erwartet. Ich dachte, ich könnte mich um meine Kinder kümmern, aber es ging nicht.“

 

In dem Moment, wo Sie Schmerzen haben, nützt es Ihnen gar nichts, dass 90 von 100 Patienten keine Schmerzen haben. Daher ist die Frage nach den Schmerzen schwer zu beantworten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es Sie trifft, ist nicht hoch. Aber wenn es Sie trifft, tut es weh. Sie sollten dann allerdings wirklich nicht zögern, von Ihren Schmerztabletten Gebrauch zu machen.

 

 

•  Was darf ich nach der Krampfader-OP machen?

 

Wann werden die Fäden gezogen, wann darf ich duschen, wann darf ich baden, wann darf ich wieder zum Sport, wann muss ich wieder arbeiten gehen, wie lange muss ich die Strümpfe tragen ....

 

Alle diese Fragen sollten Sie Ihrem Operateur stellen, denn es kann sein, dass bei Ihrer Operation Besonderheiten zu berücksichtigen sind, von denen ich gar nichts weiß. Meine Antworten hier sind also bitte nur als Anhaltspunkte zu verstehen.

 

Am OP-Tag bekommen Sie meist einen Verband, nur wenige Operateure ziehen ihren Patienten gleich am OP-Tag den Kompressionsstrumpf an. Dieser Verband kann am nächsten Tag gegen den Strumpf getauscht werden oder auch erst einige Tage später. Im Ergebnis dürfte das ziemlich gleich sein. Meiner Erfahrung nach kommen an dieser Stelle oft organisatorische Aspekte ins Spiel. Wichtig ist, dass Strumpf oder Verband gut sitzen, also fest und angenehm sind, keinesfalls einschneiden und auch nicht rutschen. Sonst wenden Sie sich bitte an Ihren Operateur! Duschen ist meist nach zwei bis drei Tagen erlaubt, baden erst am Tag nach dem Fädenziehen. Mit dem Gang ins Schwimmbad sollte man ein paar Tage mehr warten, denn bei längerem Aufenthalt im Wasser weicht alles auf und gerade im Schwimmbad sind immer Keime im Wasser. Anders verhält es sich mit Weihern und Kiesgruben, vor allem wenn es nur um ein kurzes Bad geht. Das natürliche Wasser reizt die Haut meist weniger als die Chlorlauge im Schwimmbad.

 

Sport: Nach eigenem Ermessen, sobald Sie Folgendes verstanden haben: Wenn in der Leiste operiert worden ist, müssen Sie Ihren Operateur fragen, wann Sie wieder alles heben dürfen bzw. schwer heben dürfen. Bei einigen Operationen in der Leiste ist schweres Heben für längere Zeit (bis zu 6 Wochen) verboten, da sonst zu viel Druck auf die Nahtstelle an der tiefen Vene kommt. Wenn schweres Heben verboten ist, dann ist auch Folgendes verboten:

- Fitnesstraining an den meisten Geräten, ausgenommen zum Training der Beinmuskeln, der Pomuskeln und Ähnliches.

- Das Heben Ihres 4jährigen Sohnes

- Gut gefüllte Einkaufstaschen tragen

- Einen Korb nasse Wäsche in den Keller oder in den Garten tragen.

- Die Autoreifen ins Auto packen, um sie wechseln zu lassen.

usw.

 

Ihr Sohn soll sich dann einfach auf Ihren Schoß setzen, wenn Sie schon sitzen und die Einkäufe tragen Sie in kleineren Portionen nach Hause, wenn sie nicht jemand bringen kann.

Mit den anderen Aufgaben verfahren Sie sinngemäß.

 

Gute Sportarten, die Sie schon bald nach der OP wieder ausführen können, sind alle Ausdauersportarten, bei denen der ganze Körper gleichmäßig belastet wird. Beispiele:

- Spazieren gehen

- Langlauf

- Walken

- Schwimmen (siehe oben)

- Tanzen

- Golfen

 

Arbeiten: Geht meist spätestens nach 14 Tagen wieder. Oft geht es auch schon früher, insbesondere, wenn man die Arbeit unterbrechen kann, die Beine hochlegen kann oder überhaupt Teilzeit tätig ist. Länger als 14 Tage krank geschrieben werden oft Bandarbeiter.

Die Ausnahmen: Mütter und Selbständige. Sie arbeiten oft schon am ersten Tag wieder, die meisten spätestens am zweiten Tag nach der OP. Die Begründung dürfte auf der Hand liegen. Sie tun das, was sie immer tun: Sie gehen einfach an den Rand ihrer Belastbarkeit.

 

Sauna, Solarium, Sommerurlaub: In den ersten 6 Wochen möglichst nicht. Wenn Sie den Urlaub nicht anders planen konnten, dann bleiben Sie zumindest mit den Beinen im Schatten (Handtuch über die Beine), damit die Narben keine Sonne abbekommen. Narben, die zu früh an die Sonne kommen, werden später nicht braun, sondern bleiben unter Umständen lebenslang hell – das ist nicht schön.

 

Kompressionsstrümpfe: Die meisten Operateure sind sich einig, dass die Strümpfe 6 Wochen getragen werden sollten. Gerade nach Laser- oder Radiowellen-Behandlung werden kürzere Zeiten angepeilt. Ich bin kein Fan davon, die Zeit mit dem Strumpf gewaltsam abzukürzen. Sobald alles restlos verheilt ist, kann der Strumpf meines Erachtens weg gelassen werden. Das ist in der Tat nach einer Radiowellenbehandlung oft früher der Fall als nach einer „normalen“ OP, aber „eile mit Weile“ dürfte langfristig die besseren Ergebnisse hervorbringen. Mein Vorschlag wäre daher, dass Arzt und Patient einen abschließenden Termin in 4-6 Wochen nach der OP vereinbaren. Der Patient soll sich vorstellen, sobald er meint, dass wieder alles ganz o.k. ist, egal ob das nach 3 oder 6 Wochen der Fall ist. Der Arzt schaut sich dann das Ergebnis an und gibt grünes Licht, die Strümpfe weg zu lassen, wenn es wirklich so weit ist.

 

 

•  Muss ich mein Leben lang Strümpfe tragen?

 

Diese Frage sollte man etwas genauer stellen, sonst macht sie keinen Sinn. Hier ein paar Beispiele:

Muss ich nach der Krampfadern-OP mein Leben lang Strümpfe tragen, damit die Krampfadern nicht wiederkommen?

Die meisten Menschen müssen nach der Krampfadern-OP keine Strümpfe mehr tragen – ausgenommen in den ersten 6 Wochen nach der OP. Das ist ja gerade ein Argument für die OP. Wenn allerdings das Venenleiden schon sehr weit fortgeschritten ist und nicht bloß Krampfadern bestehen, kann man mit einer OP meist nur einen Teil des Problems beheben und dann muss auch nach der OP der Strumpf getragen werden. Solche OPs führt man dann mit dem Ziel durch, die Situation für den Patienten zumindest zu verbessern, beispielsweise um ihn mit einem Strumpf der Klasse II statt Klasse III zu versorgen oder mit einem Wadenstrumpf (Kniestrumpf) statt einer Hose oder um die Schwellneigung überhaupt erst in den Griff zu bekommen.

Die Überlegung, nach einer Krampfadern-OP ein Leben lang die Strümpfe zu tragen, damit keine neuen Krampfadern entstehen können, ist mehr theoretischer Natur. Normalerweise trägt man keinen Strumpf, wenn man weder Krampfadern noch Beschwerden hat. Da muss einem schon jemand gehörig Angst einjagen, damit man „vorsorglich“ Strümpfe trägt. Ich habe solche Menschen gesehen, aber ich kann nicht behaupten, dass sie sonderlich glücklich waren. Angst ist immer ein schlechter Berater. Mein Vorschlag: Einmal im Jahr dem Arzt die Beine zeigen und fragen, wie es weitergehen soll. Der Arzt kann dann erkennen, ob alles im grünen Bereich ist oder ob etwas geändert werden muss.

 

Zu den Menschen, die ihr Leben lang Strümpfe tragen müssen, können (müssen aber nicht!!!) Menschen mit folgender Vorgeschichte gehören:

- Schlecht verheilte Thrombose

- Immer wiederkehrende Venenentzündungen

- Drohendes offenes Bein

- Abgeheiltes offenes Bein

- Lymphabflussstörungen (Lymphödem)

- Lipödem

Diese Aufzählung ist nicht vollständig und auch kein Muss!!!

 

 

•  Welcher Arzt ist für Krampfadern zuständig?

 

Seit ein paar Jahren gibt es den Venenspezialisten unter der Bezeichnung Phlebologe. Das Fachgebiet heißt demnach Phlebologie. Leider findet man den Phlebologen nicht leicht. Nicht jede Arztsuchmaschine bietet in der Auswahl der Fachrichtung Phlebologie an. Manchmal muss man unter Gefäßspezialist suchen, manchmal unter Internist, manchmal unter Angiologe. Ein vollständiges Verzeichnis der Phlebologen kann man von der zuständigen Ärztekammer bekommen. Am besten einfach anschreiben. Adressen finden Sie unter:

http://www.baek.de/page.asp?his=0.8.5585

 

In der Arztsuche von Onmeda können Sie auf folgender Seite den Schwerpunkt Phlebologie auswählen:

http://www.onmeda.de/arztsuche/index.html?Link=http://217.111.3.113/OnMedaV2/Suche_S/FormAlleArzt.plx?SID=

 

Die Arztsuche auf Onmeda müsste zu den gleichen Ergebnissen führen wie die Suche auf Focus, weil beide auf den Daten der Stiftung Gesundheit basieren.

 

 

•  Wo bekomme ich die richtigen Strümpfe?

 

Kompressionsstrümpfe gibt es in der Apotheke und im Sanitätshaus. Was besser ist, hängt vom persönlichen Engagement der Beteiligten ab. Es gibt Apotheken, die einen sehr guten Job machen, oft ist es allerdings so, dass man in Sanitätshäusern besser beraten wird. Damit möchte ich niemanden schlecht machen und auch niemanden bevorzugen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es Unterschiede gibt. Weil man aber Kompressionsstrümpfe jeden Tag tragen soll, muss man darauf bestehen, dass die Strümpfe gut sitzen und angenehm sind, sonst muss man sich jeden Tag quälen. Der Verkäufer ist da schon längst aus dem Spiel.

 

Kompressionsstrümpfe gibt es in unterschiedlichen Materialien, verschiedenen Farben und Passformen. Die meisten Anbieter arbeiten mit nur einem Lieferanten zusammen. Wenn Sie Strümpfe bekommen, die Ihnen passen und angenehm sind, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, gehen Sie am besten beim nächsten Mal in ein anderes Geschäft. Fragen Sie zunächst immer, welche Produkte angeboten werden. Lassen Sie sich die Materialien zeigen, probieren Sie Strümpfe auf dem Arm aus, um zu fühlen, wie das Material auf der Haut ist und rücken Sie bloß nicht gleich Ihr Rezept raus. Erst wenn Sie vom Material überzeugt sind und das Gefühl haben, dass Sie gut beraten werden, holen Sie Ihr Rezept raus und lassen den Verkäufer an Ihr Bein ran. Wer nicht abmessen will, hat das Rezept nicht verdient. Strümpfe müssen abgemessen werden. Wer nur die Schuhgröße erfragt oder die Größe aus der Ferne abschätzen möchte, ist nicht der richtige Ansprechpartner.

 

 

•  Sind dicke Strümpfe besser als dünne?

 

Nein, das kann man so nicht sagen. Die meisten dünnen Strümpfe leiern schneller aus als dicke, aber im Wesentlichen müssen Sie sich den Strumpf aussuchen, der zu Ihren Anforderungen passt. Für Männer liebe ich z.B. Max medical. Baumwollanteil 80%, sieht aus wie ein normaler Baumwollstrumpf, man muss keinen Strumpf drüberziehen, gibt es in braun, blau oder schwarz (mein Favorit) in zwei verschiedenen Fußlängen. Erstens sieht der Strumpf gut aus, zweitens kann kein Mensch erkennen, dass das ein Kompressionsstrumpf ist, drittens kann man beim anziehen ziemlich hemmungslos hinlangen, ohne Angst haben zu müssen, dass der Strumpf zerreißt. Viertens ist der hohe Baumwollanteil sehr sympathisch auf der Haut. Leider gibt es ihn nur als Kniestrumpf. Ich empfehle diesen Strumpf auch Frauen, wenn sie nicht zu klein sind. Nur muss man sich dann im Klaren darüber sein, dass der Fuß wahrscheinlich zu lang ist. Er ist ideal im Gummistiefel für Frauen, die in der Landwirtschaft oder in der Gärtnerei arbeiten. Auch Mütter lieben ihn, weil die Kinder, die um die Beine flitzen, sie nicht kaputt kriegen, weil er ideal zu Jeans passt usw.

 

Und wenn man ins Theater geht?

Ganz ehrlich? Wenn ich einen kurzen Rock anziehe, trage ich dazu immer Kompressionsstrümpfe. Sie sitzen perfekt, rutschen nicht, ersparen mir die unruhigen Beine in der zweiten Halbzeit und halten auch noch ewig. Das sind natürlich sehr dünne Strümpfe aus einem Microfasergewebe und man muss sehr vorsichtig mit ihnen umgehen. Langsam anziehen, niemals mit kaputten Fingernägeln anfassen, sicher nicht vom Hund anspringen lassen etc.

 

 

•  Muss man Kompressionsstrümpfe von Hand waschen?

 

Angeblich ja und ich werde einen Teufel tun hier jetzt etwas dagegen zu sagen, denn die Strumpfhersteller haben mir immer wieder versichert, dass die Lebensdauer in der Maschine leidet, dass es am besten ist, Spezialwaschmittel zu benutzen etc. Nur wenn Sie wissen wollen, was ich so mache, dann verrate ich es Ihnen: Waschmaschine mit der anderen dunklen Wäsche und den Jeans. Also 40 Grad, auch schleudern, aber – grundsätzlich – kein Weichspüler. Ich habe damit gute Erfahrung, auch wenn das nach Ansicht der Hersteller gar nicht sein kann.

 

 

•  Was kann man tun, wenn Strümpfe rutschen?

 

Man kann die Haut rasieren, da wo der Gummi auf die Haut kommt. Man kann schauen, ob der Gummi eine Schicht bekommen hat, z.B. durch Waschmittel oder Weichspüler. Man kann den Gummi von allen möglichen Resten befreien, indem man z.B. gegen Creme Spülmittel benutzt oder gegen einen Film einen Radiergummi. Gegen einen ausgeleierten oder porösen Gummi hab ich keinen Tipp. Hier hilft nur ein Kleber unterhalb des Gummis. Der heißt „Es hält“ und wird direkt auf die Haut aufgetragen. Strumpf andrücken und fertig ist die Sache für den Rest des Tages. Den Kleber brauche ich selbst bei neuen Strümpfen mit frischem Gummi, wenn die Tage lang sind und ich keine Zeit habe, zwischendurch die Strümpfe hochzuziehen.

 

 

•  Kann ich auch die weißen Strümpfe aus dem Krankenhaus tragen?

 

Die weißen Strümpfe aus dem Krankenhaus sind keine Kompressionsstrümpfe, sondern „Thrombose-Vorbeugungs-Strümpfe“. Sie sind für liegende Patienten gemacht und für die sind sie richtig. Für Menschen, die auf den Beinen sind, sind sie nicht das Richtige. Weiße Strümpfe sind also goldrichtig, wenn Sie mit Grippe im Bett liegen. Für jeden Tag zum rumlaufen sind sie nicht geeignet. Sie haben auch so gut wie keinen Haftrand, werden also im Laufen fast immer rutschen. Der wesentliche Unterschied liegt in der geringeren Kompression. Weiße Strümpfe üben viel weniger Druck aus als Kompressionsstrümpfe der Klasse II, weil im Liegen weniger Druck gebraucht wird.

 

 

•  Krafttraining nach Thrombose?

 

Ich hatte vor zwei Jahren eine TVT in der Wade. Mir geht es so weit gut, unter der Woche mit Strumpf und am Wochenende ohne Strumpf treten weder Schwellneigung noch Schmerzen auf. Da ich früher Triathlon gemacht habe, würde ich jetzt gern wieder mit dem Training anfangen, erst mal im Fitnesstudio. Worauf muss ich achten, was darf ich und was nicht?

 

Die Frage Krafttraining nach Thrombose muss man individuell beantworten. Dazu sollten Sie grundsätzlich zwei Dinge verstehen:

Bei starker Anstrengung wird sehr viel Blut durch die Beine gepumpt. Wenn nach einer Thrombose zu wenig Transportkapazität besteht, dann ist das unter Umständen nur begrenzt möglich.

Bei vielen Anstrengungen wird die Bauchpresse betätigt, Sie kennen das von Sit-ups oder wenn Sie einen Kasten Bier hochheben. In solchen Momenten kann kein Blut in den Bauch einströmen, sondern es wartet in den Beinen bis der Druck wieder sinkt. Das verträgt das Thrombosebein unter Umständen schlechter als ein gesundes.

 

 

Was ist zu tun?

Ganz wichtig: Tragen Sie einen Strumpf bei solchen Tätigkeiten, zumindest so lange bis sicher ist, dass es ohne Strumpf geht. Dazu später mehr. Achten Sie auf Ihr Bein! Es wird sich melden, wenn es Probleme hat. Zu wenig Transportkapazität macht sich meist mit „pumpen“ im Bein bemerkbar. Wie Sie Schwellneigung erkennen, wissen Sie sicher schon, das Bein wird dicker.

Wenn sich Ihr Bein mit pumpen meldet, sollten Sie eine Pause machen. Sie müssen das Training deswegen nicht abbrechen. Sie können nach ein paar Minuten Pause weitermachen, aber eben nur bis das Bein sich wieder meldet. Wenn Sie regelmäßig an diese Grenze gehen, wird Ihr Bein neue Transportkapazität zur Verfügung stellen. Damit das in den richtigen Venen (in der Tiefe) passiert, müssen Sie unbedingt den Strumpf tragen.

 

Unter´m Strich

Es spricht erst einmal nichts gegen Training, auch nicht gegen Krafttraining. Nur ob Sie persönlich es vertragen, wird sich zeigen. Lassen Sie sich in solchen Phasen von Ihrem Arzt betreuen, der Sie nicht jeden Tag sieht, sondern nur alle paar Wochen. Er erkennt besser als Sie, was sich über einen bestimmten Zeitraum verändert hat, z.B. ob sich dunkle Flecken gebildet haben.

 

Muss ich beim Sport einen Strumpf tragen?

In der ersten Zeit sicher. Später muss man das individuell entscheiden. Zum Verständnis. Anfangs sind die Venen in der Tiefe zu und in dem Moment, wo Sie sich anstrengen, also z.B. beim Sport, stehen dem Körper eben nicht die eigentlich dafür vorgesehenen Transportwege zur Verfügung. In so einer Situation muss er sich neueWege suchen. Das ist in gewisser Weise erwünscht, darum sollen Sie ja laufen und sich auch durchaus sportlich betätigen. Dabei ist der Strumpf sehr wichtig, denn er verhindert, dass der Körper das Blut über oberflächliche Venen transportiert. Ohne Strumpf wäre das für ihn eine einfache Möglichkeit, sein „Abtransportproblem“ in den Griff zu bekommen. Aber das hätte langfristig zur Folge, dass die oberflächlichen Venen zu Krampfadern werden würden – und das wollen Sie auf keinen Fall.

 

Sport ist also an sich gut, aber

er muss den Möglichkeiten des Körpers angepasst werden. Sie dürfen, können und sollten MIT Strumpf nach und nach wieder alle Sportarten ausüben, die Sie schon immer gemacht haben und die Sie auch in Zukunft machen wollen. Das gilt mit gewissen Ausnahmen, die Sie bitte ganz konkret mit Ihrem Arzt besprechen. Ob sie zu schnell sind, lässt Ihr Körper Sie wissen. Entweder kommt es zu einem „Pumpgefühl“ im Bein während des Trainings oder das Bein schwillt beim Training an. In beiden Fällen heißt das nicht unbedingt, dass Sie etwas falsch machen oder den falschen Sport betreiben, es heißt vielmehr, dass Sie das Trainingspensum in kleinere Einheiten zerlegen müssen. Wenn es anfängt zu „pumpen“, brauchen Sie eine Pause, am besten mit Bein hochlegen, ein paar Minuten, dann kann es weiter gehen (siehe auch Krafttraining).Wenn es trotz Strumpf beim Training zu einer Schwellung kommt, brauchen Sie zum Training einen stärkeren Strumpf oder Sie müssen zwei Strümpfe übereinander ziehen oder Sie müssen Ihr Training langsamer angehen lassen.

 

Was für Sie richtig ist,

können Sie nur gemeinsam mit Ihrem Arzt herausfinden. Diese Erklärungen sollen Ihnen die Möglichkeit geben, besser zu verstehen, warum Ihr Bein sich wie verhält.

 

Wenn Sie nach gewisser Zeit so weit sind, dass Sie ganz ohne Beschwerden Ihren Sport betreiben können, kommt der Augenblick, wo man schrittweise darüber nachdenken kann, ob Sie auch ohne Strümpfe Sport treiben können. Das geht am ehesten bei Sportarten mit gleichmäßigen Bewegungsabläufen, die in die Kategorie Ausdauersport fallen, also walken, Langlauf, Radlfahren (nicht Radrennen!) usw. Diesen Schritt sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen und den Befund nach 3-6 Monaten kontrollieren lassen. Da Sie Ihre Beine jeden Tag anschauen, werden Sie kleinere Veränderungen eher nicht bemerken, aber Ihr Arzt kann den Hautbefund einschätzen, um auszuschließen, dass sich Stauungen auf Dauer negativ auswirken.

 

 

•  Strumpf ja oder nein, wie weiß ich, ob ich mich richtig verhalte?

 

Ihr Körper spricht mit Ihnen und sagt Ihnen recht deutlich, ob er mit Ihrem Verhalten zurecht kommt oder nicht. Wenn Sie auf Ihren Körper hören, werden Sie schon recht genau wissen, ob alles ok ist. Da es aber sehr schwer ist, schleichende Veränderungen selber zu erkennen, sollten Sie noch jemanden auf Ihre Beine schauen lassen, am besten Ihren Phlebologen. Wenn er Sie einmal im Jahr sieht, sollte er erkennen können, ob alles stabil ist und Sie sich „im grünen Bereich“ befinden. Meiner Meinung nach ist der Sommer, die "Venen-Stress-Zeit“, der beste Zeitpunkt für eine solche Kontrolle. Ergänzend können Sie einmal im Jahr Fotos machen, entweder von bereits sichtbaren Veränderungen oder vom Innenknöchelbereich. Hier zeigen sich stauungsbedingte Hautveränderungen am ehesten und am stärksten. Machen Sie die Bilder abends, am besten nach dem warmen Duschen oder Baden im Stehen oder bei runterhängendem Bein und bringen Sie sie Ihrem Arzt mit. 

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© Dr. Ive Schaaf
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